Leichtbau Garage # 25 Bioconcept Car @ FNR

Veröffentlicht am

Leichtbaugarage, News

Das  Fahrzeug

Hinter diesem Tor steht ein Porsche aus dem Rennsport. Leichtbau ist in diesem Bereich ein übliches Mittel, um das Fahrzeug zu optimieren. Dabei werden häufig faserverstärkte Kunststoffe verwendet, mit Glas- und/oder Kohlenstofffasern. Das Bioconcept Car geht einen anderen Weg: mit pflanzlichen Fasermaterial verstärkte Kunststoffe werden für die Motorhaube, die Türen und den Heckspoiler eingesetzt. Als Basis dient dabei der Porsche Cayman GT4 mit über 400 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 275 km/h. Der 1.300 kg leichte Porsche muss in seiner Klasse gegen Fahrzeuge wie den KTM X-Bow GT4 oder McLaren 570S GT4, auch BMW und Mercedes-AMG kommen bei der GT4 zum Einsatz.

©FNR/elfimages, Bioconcept-Car Porsche GT4 mit einer Karosserie aus Bioverbundwerkstoffen. Ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Die Technologie

Faserverstärkte Kunststoffe werden bereits seit Jahrzehnten in der Automobilindustrie eingesetzt. Auch Naturfasern wurden bereits in Fahrzeugen, wie dem Soybean Car von Ford, verwendet worden. Im Rennsport kamen solche Materialien bisher gar nicht bis kaum zum Einsatz, was dem Bioconcept Car ein Alleinstellungsmerkmal verleiht. Die beim Fahrzeug verwendeten Flachsfasern haben aufgrund der geringen Dichte von max. 1,5 g/cm³ ein hohes Leichtbaupotenzial, verglichen mit Glasfasern sind sie ca. um die Hälfte leichter. Die Flachsfaser kann auch in den mechanischen Eigenschaften mit Glasfasern verglichen werden, da die Fasern einen ähnlichen E-Modul besitzen. Die Zugfestigkeit unterscheidet sich jedoch erheblich, wobei die Flachsfaser nur ca. die Hälfte der Spannung standhält.

Durch das steigende Interesse an nachhaltigen und umweltfreundlichen Produkten, müssen immer mehr CO2 neutrale oder CO2 reduzierte Produkte entwickelt werden. Die Verwendung von Naturfasern ermöglicht dabei CO2 in Produkten zu binden und bei zusätzlicher Verwendung von biologisch abbaubaren Matrixmaterial eine vollständige Abbaubarkeit zu gewährleisten. Somit gewinnt der verwendete Naturfaser-Verbundwerkstoff zunehmend an Bedeutung. Mit diesem Fahrzeug wird gezeigt, dass auch im Rennsport der Nachhaltigkeitsgedanke eine Rolle spielt. Vielleicht ist sogar eines Tages, eine Rennserie bestehend aus Fahrzeugen mit biologisch abbaubaren Karosserieelementen möglich.

Der Leichtbauaspekt

Durch die geringe Dichte der Flachsfaser und anderer Naturfasern, ist die Verwendung von diesen für Leichtbauanwendungen geeignet. Leider besitzen die Naturfasern jedoch wesentlich schlechtere mechanische Eigenschaften wie der aktuelle Favorit, die Carbonfaser. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist für die Anwendung von Naturfasern momentan noch der treibende Grund.

©FNR/Toni Alex, Heckansicht des Bioconcept-Car Porsche GT4 mit einer Karosserie aus Bioverbundwerkstoffen. Ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

de_DEDeutsch