Das System – 3D-gedrucktes Chassis: Digitale Fahrzeugentwicklung und generativer Leichtbau neu gedacht

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Leichtbaugarage

Das System – 3D-gedrucktes Chassis

Hackrods La Bandita steht für einen grundlegenden Wandel in der Fahrzeugentwicklung und -produktion. Das Konzept löst sich von klassischen automobilen Entwicklungsprozessen und verfolgt einen digital-zentrierten, nutzergetriebenen Ansatz.

Das System basiert auf einer durchgängigen Entwicklungs- und Fertigungskette, in der Design, Engineering und Produktion über eine cloudbasierte Plattform auf Basis von Siemens-Technologien miteinander verbunden sind. Anstelle starrer CAD-zu-Werkzeug-Prozesse wird das Fahrzeug als kontinuierlich weiterentwickelbares digitales Objekt verstanden, das virtuell gestaltet, getestet und optimiert werden kann, bevor ein physisches Bauteil entsteht.

Das Ergebnis ist ein Co-Creation-Ansatz, bei dem Nutzer, Designer und Ingenieure gemeinsam die Fahrzeugarchitektur definieren. Dadurch wird eine weitreichende Individualisierung nicht nur auf Design-, sondern auf Systemebene möglich.


Bildquelle: Hackrod
(Hackrod und La Bandita werden als aktuelles Industriebeispiel genannt. TGM steht in keiner Verbindung zu Hackrod.)


Die Technologie

Im Zentrum von La Bandita steht die Kombination aus Virtual Reality (VR), KI-gestützter Entwicklung und industrieller additiver Fertigung.

Das Fahrzeug wird zunächst vollständig in einer virtuellen Umgebung entwickelt und erlebbar gemacht. Dadurch lassen sich Ergonomie, Packaging und Geometrie bereits vor der Produktion im Maßstab 1:1 bewerten.

Die digitale Engineering-Umgebung von Siemens – einschließlich Lösungen wie NX und PLM-Systemen – ermöglicht simulationsgetriebene Entwicklungsprozesse, bei denen Strukturverhalten, Aerodynamik und Lastpfade kontinuierlich optimiert werden.

Nach Abschluss der digitalen Entwicklung erfolgt die Fertigung über additive Verfahren. Große Strukturkomponenten werden aus hochfesten Aluminiumlegierungen hergestellt. Dieser Ansatz eliminiert viele Einschränkungen konventioneller Werkzeugprozesse und ermöglicht Geometrien, die mit Umform- oder Gießverfahren nur schwer oder wirtschaftlich nicht realisierbar wären.


Der Leichtbauaspekt

Das prägendste Merkmal von La Bandita ist die funktionsgetriebene Leichtbaustruktur. Der Leichtbau entsteht nicht allein durch weniger Materialeinsatz, sondern durch eine rechnergestützte Platzierung von Material ausschließlich dort, wo es strukturell erforderlich ist.

Das Chassis verhält sich wie ein digital gewachsenes Spaceframe-System: In hochbelasteten Bereichen – etwa rund um Cockpit und tragende Übergangszonen – entsteht eine verdichtete Struktur, während weniger beanspruchte Bereiche in offene, gitterartige Geometrien übergehen.

Ermöglicht wird dies durch Topologieoptimierung und generatives Design. Diese Methoden erlauben es, unnötige Masse zu entfernen und gleichzeitig Steifigkeit sowie Crashanforderungen aufrechtzuerhalten.

Das Ergebnis erinnert an natürliche Tragstrukturen: weniger klassischer Leiterrahmen oder Monocoque, sondern vielmehr ein knochenähnliches Lastpfadsystem. Damit entwickelt sich Leichtbau von einer inkrementellen Optimierung hin zu einer grundlegenden strukturellen Neudefinition.


Quellartikel Hier: https://www.designboom.com/technology/la-bandita-3d-printed-car-hackrod-03-24-2018/