Das Wasserstoffspeichersystem
Die BMW Group stellt im iX5 ein grundlegend neu gedachtes Wasserstoffspeichersystem vor: das sogenannte Hydrogen Flat Storage System. Anstatt Wasserstofftanks als zusätzliche Komponenten zu behandeln, wird das System als strukturell und räumlich optimiertes Subsystem in die Fahrzeugplattform integriert.
Sieben 700-bar-Hochdrucktanks sind in einer flachen Geometrie angeordnet und bilden ein einheitliches Speichermodul, das in denselben Bauraum passt wie eine Gen6-Hochvoltbatterie. Dies ermöglicht eine nahtlose Integration in eine Multi-Powertrain-Fahrzeugarchitektur, bei der Wasserstoff-, batterieelektrische und Hybridvarianten auf einer gemeinsamen Produktionslinie gefertigt werden können – ohne Einbußen bei Innenraum oder Packaging.

Die Technologie
Im Kern basiert das System auf einem Paradigmenwechsel: weg von einzelnen Druckbehältern hin zu einer multikammerigen, parallel verschalteten Architektur. Die Tanks bestehen aus kohlefaserverstärkten Verbundwerkstoffen und sind in einen robusten Metallrahmen integriert. Über ein zentrales Ventilsystem werden sie gemeinsam gesteuert und verhalten sich funktional wie ein einzelner Energiespeicher.
Diese Konfiguration verbessert die volumetrische Effizienz und gewährleistet gleichzeitig strukturelle Sicherheit, da die Tanks zusätzlich durch die umgebende Fahrzeugstruktur geschützt werden. Insgesamt speichert das System etwa 7 kg Wasserstoff und ermöglicht Betankungszeiten von unter fünf Minuten. Damit wird eine Reichweite von bis zu 750 km erreicht.
In Kombination mit einer kompakten Gen3-Brennstoffzelle und einer Hochvoltbatterie entsteht eine eng gekoppelte elektrochemische Energiearchitektur – im Gegensatz zu einer nachträglich integrierten Systemlösung.
Der Leichtbauaspekt
Aus Leichtbausicht liegt die Innovation weniger in der isolierten Massereduktion einzelner Komponenten als in der funktionalen Integration und systemischen Effizienz.
Die flache Tankgeometrie maximiert die Raumausnutzung, reduziert redundante Packaging-Volumina und ermöglicht die Integration in bestehende Batterieräume. Der Einsatz kohlefaserverstärkter Verbundwerkstoffe bietet eine hohe spezifische Festigkeit unter 700-bar-Druckbedingungen. Gleichzeitig reduziert die strukturelle Einbettung des Tanksystems den Bedarf an zusätzlicher Schutzstruktur.
Ein weiterer entscheidender Vorteil ergibt sich aus der Kompatibilität mit einer einheitlichen Fahrzeugarchitektur: Durch die Nutzung gemeinsamer Schnittstellen für unterschiedliche Antriebsvarianten wird die Systemkomplexität reduziert und eine Mehrfachauslegung struktureller Komponenten vermieden.
Das Ergebnis ist ein ganzheitlicher Leichtbauansatz, bei dem Packaging-Effizienz, multifunktionale Strukturen und Werkstoffwahl zusammenwirken, um sowohl Masse als auch Systemperformance zu optimieren.

Quelle: BMW